Loslassen vs. Klammern

Diese Geschichte handelt von der Kitaeingewöhnung

Bla bla bla…haben wir doch alle schon mal gehört und gelesen – ja, das stimmt!

Aber ganz ehrlich – WARUM bekommen nur die Kinder eine schöne lange und gaaaanz langsame, auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmte Eingewöhnung??? Wisst ihr was ich fordere? Eine, auf die Bedürfnisse der Eltern abgestimmte Kitaeingewöhnung! Nicht heute, nicht morgen! NEIN VORGESTERN!!! Verdammt nochmal!!!

Oh sorry, jetzt hab ich mich in rage geredet…ähm…geschrieben.

Was ich damit sagen will, die armen kleinen Blagen werden in den Kindergarten gesteckt und alle wirklich ALLE (Oma, Opa, Tante, Nachbar, Chef usw.) machen sich Sorgen und Gedanken. Wie kommen die Kurzen mit der neuen Umgebung zurecht? Wie werden sie auf die anderen Kinder reagieren? Werden sie Freunde finden, werden sie die Erzieherinnen mögen, werden sie schnell Vertrauen aufbauen? Ja..ja..ja..bla..bla..bla … ich kann es nicht mehr hören!

Ganz im Ernst, diese kleinen glücklichen mit Urvertrauen vollgepumpten Kinder, die hab’n doch Spaß! Die kommen da an, alle finden sie süß, alle lächeln sie an und wollen sie kennenlernen und mit ihnen spielen. Was soll man sich da Gedanken zu machen?

Wer denkt eigentlich mal an die Eltern?

Aber wir Eltern, wir können Wochen vor dem Kitabeginn nicht mehr schlafen. Wir können an nichts anderes mehr denken. Wir machen uns Sorgen und haben Angst. Und fragt uns irgendjemand, wie es uns geht? Fragt uns jemand, ob man uns irgendwie unterstützen kann? Nimmt uns jemand in den Arm und sagt uns, dass alles gut wird? NEIN..nein, das macht niemand.

Wir bringen das Kind also in die Kita. Vor dem loslaufen war man noch mit Bauchgrummeln auf’m Klo. Weil wegen nervöser Magen und so. Die Knie sind den ganzen Weg dorthin butterweich. Zum Glück hat man den Kinderwagen dabei, an ihm kann man sich abstützen und festhalten. Die Hände hören nicht auf zu schwitzen und dann kommt man an. Man drückt auf den Türöffner und das “ttzzzzz” dringt durch Mark und Bein. Der dicke Kloß im Hals wird runtergeschluckt. Ein kurzer Blick nach oben, um die Tränen zu verdrängen und los geht’s.

Eine Erzieherin kommt auf uns zu und begrüßt – war ja klar – das Kind! Und genau dieses Kind strahlt und läuft in die nächstbeste Ecke zum spielen. Und wir stehen da, verloren und einsam.

So geht das die erste Woche!

Und dann kommt der große Tag. Eine Erzieherin geht schnurstracks auf uns zu, während wir uns jämmerlich auf einen dieser kleinen Miniaturstühle verkrümelt haben und dem Kind beim spielen zusehen. Ihr wisst was jetzt kommt. Ohne Vorwarnung, ohne irgendein Zeichen vorher, sagt sie: “Ich glaube, du kannst jetzt gehen. Die Kleine spielt so toll. Geh mal ne Runde um den Block.” Klar das Gesagte hat sie nett formuliert. Aber glaubt ihr wir haben eine Wahl? Nein, diese Aussage war eine ganz klare Anweisung, seinen Hintern aus dem kleinen Ministuhl zu heben und zu gehen.

Der dicke Kloß im Hals kommt mit einer Heftigkeit zurück mit der man nicht gerechnet hat. Und die Tränen schießen in die Augen, dass es weh tut. Wir erheben uns schnell und gehen nach einem kurzen “Tschüß” zur Tür. Das Kind weint aus Solidarität kurz mit, aber kaum sind wir an der Tür, hört es auch schon auf. Und das tut richtig weh! Wie kann sie mir so in den Rücken fallen?

Die Tür geht hinter uns zu und wir können unsere Tränen nicht mehr zurückhalten. Alle Dämme brechen! Die Verzweiflung und die Sorgen bahnen sich ihren Weg durch Rotz und Tränen!

Helikoptermütter

Und drinnen, ja drinnen verdrehen die Erzieherinnen nur ihre Augen und es fallen Sprüche wie “Oh Gott, habt ihr die Mutti gesehen?” “Schon wieder eine, die nicht loslassen kann.” “Immer diese Übermütter!” Richtig! Drinnen wird richtig schön über uns abgelästert. Niemand hat uns auf die Situation vorbereitet, wir armen Muttis wurden ins kalte Wasser geworfen und dann macht man sich auch noch lustig über uns.

Ha! Nicht mit mir! Ich fordere eine Mami-Eingewöhnung. Wir brauchen viel mehr Liebe, viel mehr Verständnis und viel mehr Zeit. Und wir brauchen einen halbstündlichen WhatsApp-Report, sowohl mit Bildern, als auch mit Video-Beweisen, damit wir sicher sein können, dass es unseren Schätzen gut geht! Denn nur so werden wir langsam und behutsam von unseren Babys abgenabelt!

1 Kommentar to “Loslassen vs. Klammern”

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Haha, von dieser Perspektive habe ich das noch nie betrachtet. Oma, Opa, Tante, Nachbar, Chef, alle machen sich Sorgen… Ich kenne das nur zu gut. Mamas kommen tatsächlich zur kurz. Wer spricht denn bitte darüber??? Danke für den Beitrag.

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