Die moderne Schwangerschaft und warum wir uns mehr vertrauen müssen!
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Die moderne Schwangerschaft

Ich bin ja bei Instagram relativ aktiv und „verfolge“ … dort Menschen…viele Menschen..mir absolut unbekannte Menschen.
Naja, auf jeden Fall verfolge ich dort in meiner kostbaren Faulzeit verschiedene Muddi-Profile und gucke, was die so den ganzen Tag mit ihren Babybäuchen und ihren ganzen Influenza-Geschenken treiben und frage mich, wo zum Kuckuck die die ganzen Geschenke aufbewahren, warum die nachts um 6 schon das erste Bild posten und warum die alle nur weiße Kinderzimmer haben, aber manchmal, da kommen bei mir auch so richtige ernste-Erwachsenen-Fragen auf, wie zum Beispiel:

Ultrabeschallung für zu Hause

Als ich letztens gesehen hab´, wie sich ne angehende Mutti ein mobiles Ultraschallgerät für zu Hause geholt hat bzw. war dat sogar ein Werbegeschenk. Und da musste ich echt zweimal hingucken. Ich meine, warum braucht man so etwas? Mal ganz davon abgesehen, ob so eine ständige Ultrabeschallung so gut für´s Baby ist, naja ich lass´ das hier einfach mal stehen. Ob das Baby das hören kann oder nicht, wird ja auch immer mal wieder in so hitzigen holt-die-Popcorn-Tüten-raus-die-Muddis-fetzen-sich-gleich-Forumsdiskussionen diskutiert. Wer gerne seinen Senf dazu abgeben möchte, die kann sich hier gerne in den Kommentaren auslassen.

Als ich selber zum zweiten mal schwanger war, habe ich mich ganz stark mit dem Thema Schwangerschaft, den Veränderungen im Körper und auch der Geburt auseinander gesetzt. Warum erst beim zweiten Mal? Meine erste Schwangerschaft war super. Ich bin da komplett naiv und blauäugig, an die Sache rangegangen und dann endete alles im Kaiserschnitt und den habe ich nicht wirklich gut vertragen.

Ich habe mir selber versprochen, dass ich mich viel besser informieren werde und alles dafür tun werde, eine natürliche Geburt zu erleben. Das ist mir letztendlich auch gelungen. Mein Gefühl sagte mir, dass ich einfach „unvorbereitet“ war. Lest euch den Kaiserschnittbericht durch, dann wisst ihr, wie ich es gemeint habe.

Vorsorge oder vor Sorge?

Ich fing also an, ganz viele verschiedene Texte, Geburtsberichte und auch Bücher rund um das Thema Schwangerschaft zu verschlingen, nicht sehr hilfreich bei Sodbrennen, aber eine Schwangere muss halt tun, was eine Schwangere tun muss. Und dabei ist mir eine Sache ganz stark aufgefallen. In sämtlichen Schwangerschafts-Informationen geht es in die Richtung: Geht es meinem Baby gut? Welche Untersuchungen soll ich machen lassen? Wie oft soll ich zum Arzt/zur Ärztin? Selbst in den Informationen zu den aktuellen Schwangerschaftswochen war immer eine kurze Info, welche Untersuchungen in der Woche anstehen könnten.

Und auch bei den normalen Vorsorgeuntersuchungen kann man als Schwangere „Ultraschall-Flatrates“ dazubuchen, bei fast jedem Termin wurde mir Blut abgenommen und der Muttermund kontrolliert. Genau so, wie man sich einfach ein mobiles Ultraschallgerät für zu Hause holen kann und wenn das zu teuer ist, dann gibt es immer noch die Möglichkeit Geräte zu kaufen, die den Herzschlag des Babys wiedergeben können. So einfach ist´s, das eigene Baby im Bauch quasi von Anfang an zu beobachten.

Und genau durch diese vielen vielen Termine und VorSORGEn fühlt man sich als „moderne Schwangere“ nicht „in guter Hoffnung“, sondern wie eine Kranke, die ständig und überall überwacht werden muss. Mir haben diese vielen Termine erst ein gutes Gefühl gebracht, wenn die Ärztin sagte: „Alles super mit Ihrem Baby, es entwickelt sich prächtig.“ Dann hab´ich über den Bauch gestreichelt und gedacht „Zum Glück.“

Bevor jetzt wieder alle laut werden und schimpfen, dass ohne diese ganzen Untersuchungen ihr Baby nicht gesund oder im aller schlimmsten Fall sogar nicht lebend geboren wäre, möchte ich euch hier ganz ausdrücklich schreiben! Nein! Mir geht es nicht darum, dass diese Untersuchungen oder Möglichkeiten schlecht sind. Ohne die moderne Medizin wäre eine Schwangerschaft nicht so, sicher (?). Man kann viel eher schwangerschaftstypische Erkrankungen feststellen, behandeln und im besten Fall bekommt man ein gesundes Baby. Und das ist auch gut so. Die Geburtshilfe heutzutage ist toll…manchmal zu toll, meiner Meinung nach.

Ich finde dennoch, dass sie uns Frauen so sehr verunsichert. Wer von euch hat sich auf die Termine beim Arzt/bei der Ärztin gefreut? …ohne einen kleinen Hintergedanken: „Bitte, lass alles gut sein!“ zu haben? Nicht mal ein ganz kleines bisschen Nervosität?

Sicherheit

Also ich bin da ehrlich! Mir ging der Arsch mega auf Grundeis! Diese vielen Vorsorgeuntersuchungen, ständigen Bluttests, Ultraschalluntersuchungen und viele andere ‚kostenpflichtige‘ Geschichten, sowohl in der ersten als auch in der zweiten Schwangerschaft. Beim zweiten Mal habe ich viel weniger Untersuchungen angenommen. Aber dennoch war ich vor jeder Untersuchung immer nervös. Meine Gedanken fuhren im „geht´s-meinem-Baby-gut-„Karussell. Meine Hände waren immer etwas kälter und feuchter im Wartezimmer und pinkeln musste ich auch öfter. Nervöse Blase und so. Und oft genug habe ich gedacht, was bin ich froh, wenn dieses kleine Etwas in meinem Bauch doch endlich „draußen“, gesund und in Sicherheit ist! Und DAS ist es! In Sicherheit. Aber wo ist dieses „in Sicherheit“?

Vertrauen

Erst als meine Mädels endlich geboren waren, erst da war ich erleichtert und froh. Das hört sich jetzt extrem an. Und an alle, die jetzt erklären wollen, was für eine hysterische Schwangere ich doch gewesen sein muss. Nein. Ich habe beide Schwangerschaften in vollen Zügen genossen und jeden einzigen Tag mit dem wachsenden Babybauch gefeiert, fotografiert und geliebt. Aber ich war auch erleichtert, als diese Sorgen einfach weg waren.. Ich hatte endlich mein Baby im Arm und alles war gut.

Aber wisst ihr was mir jetzt, nach den beiden Schwangerschaften so richtig klar geworden ist? Es gibt KEINEN SICHEREREN ORT als den Bauch der Mutter. Nirgendwo kann das ungeborene Kind sich besser entwickeln. Nirgendwo wird es besser versorgt, geschützt, ernährt und so wird das auch bleiben. Jeder tag im Bauch der Mutter ist ein guter Tag! Kein Ort der Welt ist sicherer, damit ein ungeborenes Baby wachsen und sich gesund entwickeln kann. Kein Brutkasten ist so gut, wie der Bauch der Mama. Dort wird das Baby am besten versorgt und ist am besten geschützt. Dort kann es sich auf die Welt und das Leben vorbereiten. Und der Mensch kann versuchen die Natur zu kopieren, aber es wird nie so perfekt sein.

Und deswegen müssen wir Frauen wieder lernen unserem Körper viel mehr zu vertrauen! Genau dafür ist er gemacht! Und ich weiß, dass er uns auch enttäuschen kann. Und das nicht immer alles reibungslos abläuft, wenn man der Natur seinen Lauf lässt. Aber wir sollten aufhören uns mobile Ultraschallgeräte für zu Hause zu kaufen und anfangen uns selber und unserem Körper zu vertrauen.

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