Bewerbung Mann vs Frau oder „Mamis, wo sind eure Eier?“

So heute fangen wir einfach mal mit dem Thema Bewerbung Männer vs. Frauen an. Diana von zweitoechter.de und ich haben uns da ein paar Gedanken zusammen gemacht. Ich bin ja jetzt gerade dabei mich nach einem neuen Job umzuschauen. Und habe unfreiwillig festgestellt, wie ich doch hin und wieder meinen eigenen Grundsätzen widerspreche. Deswegen notiere ich hier nun alles, damit ich zur Not einfach mal nachlesen kann und ihr natürlich auch. Also los geht´s!

Die wesentlichen Unterschiede eines Mannes und einer Frau

Also ein Mann sieht eine Bewerbung und sagt "Jo guck mal, die Stellenbeschreibung ist quasi mein Lebenslauf."

Schauen wir uns die Stellenbeschreibung doch mal zusammen an, dann gucken wir mal, ob der Typ da wirklich gut genug für den Job ist:

  • Messen, Kongresse und Veranstaltungen planen und durchführen
  • E-Mail-Programm Outlook (MS Office)
  • Präsentationsprogramm PowerPoint (MS Office)
  • Tabellenkalkulation Excel (MS Office)
  • Textverarbeitung Word (MS Office)
  • Spanisch sicher in Text und Schrift
  • Englisch verhandlungssicher
  • Kommunikationsfähigkeit

Was denkt dann dieser Mann? Ich sag´s euch:

"Hmmm....Messe, Kongresse und Veranstaltungen? Hab´ich schon mal gesehen. Also läuft! Outlook, ist dass das Email-Programm? Jo, kann ich auch! Word, hab´doch mal nen Brief geschrieben! Check! Englischkenntnisse, teste ich doch mal aus: 'Hello my name is' - check. Spanisch, seit dem letzten Urlaub ist das doch quasi meine Muttersprache: 'Una cerveza por favor!' - läuft! Die Stelle ist perfekt für mich!" Und zack! die Bewerbung ist unterwegs!

Wie Frauen setzen uns hin und schauen uns die Stellenanforderungen gaaaanz genau an. Das sieht dann ungefähr so aus:

"Hmm...der Arbeitgeber hört sich ja ganz nett an. Was braucht der denn alles? Joa..Messen plane und organisiere ich im jetzigen Job auch schon. Das kann ich schonmal. Die Office Programme, jop, kann ich im Schlaf. Oohhh...oh Spanisch...kann ich leider gar nicht. Und für Englisch bräuchte ich noch unbedingt einen Auffrischungskurs. Ne, komm, ich bewerbe mich lieber nicht. Was ist, wenn die mir im Vorstellungsgespräch Fragen auf Spanisch stellen? Dann bin ich geliefert!"

Und jetzt mal Butter bei die Fische!

Liebe Frauen, ich verrate euch jetzt mal was! Ein Arbeitgeber schreibt diese Stellenausschreibung, wie mein Mann immer so schön sagt, um einen PERFEKTEN Mitarbeiter zu finden. Und ein perfekter Mitarbeiter kann alles! Er spricht fließend englisch und spanisch. Er ist pünktlich, motiviert, er weiß alles, er kann alles und er unterschreibt den Arbeitsvertrag mit seinem Blut. Im Prinzip reden wir hier von einem Mitarbeiter, der nicht eingearbeitet werden muss!

Aber wisst ihr was? Wir sind hier nicht auf einer PollyPocket-Insel und das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter eingearbeitet werden muss! Und die Leute die sich dann bewerben und nicht perfekt auf diese Stellenbeschreibung passen, die müssen nun mal eingearbeitet werden. Die brauchen eventuell sogar eine Schulung, ob intern oder extern.

Jeder darf mal träumen

Ich sag´es mal so, jeder darf Träume haben! Auch Arbeitgeber! Aber am Ende sind es doch nur Träume und der Arbeitgeber sucht sich einen passenden Bewerber aus, aufgrund einer Fähigkeiten-Basis, und meist zählt eh nur der persönliche Eindruck. Und wie ein Kommilitone von mir gesagt hat: "Den Rest lernt man dann später im normalen Arbeitsalltag!" Und Recht hat er!

Also liebe Frauen, die Männer machen sich gar keinen Kopf. Sie können einen - ich betone - EINEN fuckin´spanischen Satz sagen und bewerben sich! Und wir Frauen haben -  und es tut mir echt so leid, dass ich das jetzt so knallhart schreiben muss - leider keine Eier oder viel zu kleine Eierchen und bekommen schon bei einem kleinen Punkt, der nicht auf uns zutrifft, Muffensausen!

Oh ein Wunder!

So, dann passiert es ja doch hin und wieder,  dass wir Frauen unseren gesamten Mut zusammenfassen, eine superduper qualifizierte und hochwertige Bewerbung schreiben und diese sogar wegschicken!

Und dann passiert es. Der Arbeitgeber hat übersehen, dass wir Kinder haben und lädt uns doch tatsächlich zum Vorstellungsgespräch ein.

So nachfolgender Text gilt allen Arbeitgebern!

Fassen wir noch mal zusammen: ihr wollt einen absolut perfekten, motivierten, disziplinierten Mitarbeiter. In eurer Stellenausschreibung beschreibt ihr nur die Besten der Besten! Und was macht ihr, wenn der Bewerber kommt? Richtig! Ihr lasst ihn warten! Wie oft durfte ich schon vorne im Eingangsbereich auf meinem Quadratarsch sitzen und darauf warten, das eure Hoheit mich empfängt, OBWOHL wir einen Termin ausgemacht haben? Ey, Leute! Das geht nicht! Das ist ein absolutes No-Go. Drehen wir die Situation mal um: der Beste der Besten kommt zum Vorstellungsgespräch....zu spät! Was gibt dieser Bewerber für ein Bild ab? Ist er unmotiviert, undiszipliniert und der absolute Oberhammer: er ist auch noch respektlos? Ja, so ist es auch!

Also liebe Frauen und in diesem Fall auch Männer, überlegt es euch zweimal, ob ihr bei so einem Arbeitgeber überhaupt anfangen wollt, wenn er schon die einfachste Form des Respekts nicht beherrscht. Also ich für meinen Teil möchte keine Kompromisse mehr. Entweder der Arbeitgeber passt und ich gebe alles, oder es passt eben nicht. Aber in Zeiten des Fachkräftemangels, sollten auch viele Arbeitgeber umdenken.

Und dann sitzen wir da im Vorstellungsgespräch

Und auch hier wieder: Liebe Frauen, seid mutig und stark! Macht euch nicht kleiner, als ihr seid und nennt eine vernünftige Gehaltsvorstellung. Traut euch! Verhandelt! Ihr wollt eine Führungsposition? Dann sagt es. Sprecht es mit eurem Vorgesetzten ab. Wenn er es nicht weiß, dann kann er/sie euch auch nicht für eine entsprechende Stelle vorschlagen. Männer sagen jeden Tag, was sie wollen! Und nur so wissen die Vorgesetzten, wie sie euch einordnen können.

Und manchmal stellen Arbeitgeber Fragen zur Familienplanung! Dass das gesetzlich nicht erlaubt ist, das wissen wir alle, aber wie kann man denn auf diese Frage vernünftig reagieren?

Und hier gebe ich an Diana von zweitoechter.de ab. Sie hat sich genau zu dieser Frage ein paar Gedanken gemacht!

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Bewerbung Mann vs. Frau - oder Frauen, wo sind eure Eier?

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5 Kommentare to “Bewerbung Mann vs Frau oder „Mamis, wo sind eure Eier?“”

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Super Text!!! Als ich mich selbst kurz nach dem Studium, ohne Berufserfahrung und mit einem 1jährigen daheim beworben habe, dachte ich auch, dass ich die Stelle niemals bekomme. Da war was von mindestens zweijähriger Berufserfahrung im Arbeitsfeld drin gestanden und Zusatzausbildungen. All das hatte ich nicht. Aber die Stelle wäre perfekt gewesen. Arbeitszeit 08:00 – 12:00 Uhr, keine Wochenendarbeit, Büro, interessanter Bereich. Ich habe es gewagt und wurde zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Es war der 1. Geburtstag meines Sohnes. Ich bin hin und mit ganz schlechtem Gefühl wieder raus. Wer würde mich schon einstellen? Mitte 20, frisch aus dem Studium und mit Kleinkind zu Hause. Aber ich bekam den Job. Manchmal traut sich Frau so wenig zu, ist sich viel zu unsicher! Mehr Selbstsicherheit würde uns gut tun!

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    Ja! Genau solche Geschichten möchte ich hier lesen! Einfach mehr Stärke! Toll, so gut, dass du die Stelle dann doch bekommen hast. 🙂

[…] Denn auch sie hat sich dem Thema angenommen und schreibt über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Frage, ob sie sich überhaupt auf eine Stelle bewerben sollen. Und sie beantwortet die Frage, ob wir Frauen eigentlich „Eier haben“. (Achtung: Lustig!) Hier kommst Du zum Artikel. […]

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Hey, genau so ist es. Trotzdem hat es bei mir eine ganze Weile gedauert, bis es mit dem Job geklappt hat. Ob es nun an den zwei Kindern lag oder einfach daran, dass ich „Berufsanfängerin“ bin, lässt sich schwer sagen. Vielleicht war es eine blöde Kombi? Aber seit Oktober habe ich nun den Job, den ich wollte. Natürlich hat die Stellenausschreibung nicht 100% gepasst, aber ich wollte ihn trotzdem. Letztlich gestaltet man sich seine Arbeit nachher ja auch zum Teil selbst und kann nach eigenen Fähigkeiten priorisieren. Bzw. auch einfach dazu lernen.

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    Hey Schokominza,
    super, dass es geklappt hat mit dem Job. Ich denke, dass wir Frauen, besonders Mütter, es da einfach etwas schwerer haben – und das soll jetzt nicht nach „Wir-bemitleiden-uns-hier-gegenseitig“ klingen. Es ist einfach Fakt! Aber wie du schreibst, alles ergibt sich trotzdem irgendwie uns am Ende kommt man doch in den Job rein, im besten Fall, sogar in einen, den man möchte. Ich wünsche dir alles Gute und ganz viele tolle und spannende Aufgaben!
    Liebe Grüße
    Olga 🙂

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